2008 17 Okt.
Meine Lehren aus der LDK, Teil 1
(Oder wie EINIGE Realos/Realas selbst ihren Flügel demontierten)
Mal wieder ganz unverblümt und offen:
Das kann mensch aus der LDK für kommende lernen:
Es ist kontraproduktiv im Vorfeld der LDK allzu selbstsicher zu sein und und zu behaupten man hätte so und so viele Kreisverbände gewonnen und da alle Leute unter Kontrolle.
Es ist kontraproduktiv auf der LDK den Delegierten zu sagen, ihr müßt den oder die wählen und bei denen Klatschen – die Delegierten haben ihren eigenen Kopf und so stößt mensch sie nur unnötig vor den Kopf.
Es ist kontraproduktiv den sehr informierten und eigenständigen Delegierten zu sagen (auch wenn mensch Promi ist ;) ): “Ihr seid doch alle blöd” nur weil sie gewisse Informationen anders bewerten. “Hier wird nur Mist gewählt, wir fahren jetzt nach Hause” kommt wohl auch nicht so gut an.
Wenn mensch viel Auswahl hat, ist das sehr gut und demokratisch, aber dann müssen alle KandidatInnen und Delegierten die Ergebnisse als “sportlichen” Wettkampf betrachten und sich das auch vorher gegenseitig klarmachen. Ein Mehr an Auswahl kann auch ganz schön viel verbrannte Erde hinterlassen und zu Grabenkämpfen in den Flügeln führen.
Sprüche wie “Wir wollen alle Linken von der Liste haben” und eine Flut an Realos und Realas ins Feld zu schicken, die diesen Eindruck dann auch noch suggerieren, kommt nicht gut an. Die Partei will eine Liste, die pluralistisch ist wie sie selbst.
Trennung von Amt und Mandat ist vielen baden-württembergischen Grünen auch flügelübergreifend ein wichtiges Anliegen.
Es überzeugen Argumente und gute Reden, neue Ideen. Was aber im Endeffekt besonders zählt ist eine gute Arbeit in Berlin und eine lange, kontinuierliche Arbeit vor Ort und im Land – die wurde flügelübergreifend honoriert. Medienpräsenz und Talkshowtauglichkeit bedeutet den Delegierten nicht so viel, der Eindruck es gäbe StrippenzieherInnen im Hintergrund ist dagegen eher ein Minuspunkt.
