
Quelle: flickr.com by Rolf / CC-by-nc-sa
… da bin ich spießig, ich warte an jeder Ampel, dass es grün wird, auch wenn keine Kinder in der Nähe sind. Ampeln sind wichtig und gut – im Straßenverkehr!
Die politischen Ampel-Liebäugeleien einiger Spitzengrüner dagegen Unsinn. Oder wo ist der Nutzen jetzt eine Koalition aus SPD, FDP und Grünen anzupreisen?
Natürlich wäre es wünschenswert, dass die Grünen nach der Bundestagswahl in der Regierung sind – wer Regierungsverantwortung hat, kann mehr gestalten.
Realistin, die ich bin ;), kann ich zwar von 51 % für die Bündnisgrünen träumen, aber am 27.September werden wir sie wohl (noch) nicht erreichen.
Ich finde: Inhalte vor Farbenspielchen, die mögen zwar für die Presse hochinteressant sein, die Menschen interessiert doch in erster Linie mehr für welche Ziele, Inhalte und Visionen Partei stehen und wie sie diese erreichen wollen.
Im Fünf-Parteien-System wird erst gewählt, dann gibt es Ergebnisse, dann wird verhandelt nach bestem Gewissen und nicht nach Postengeschachere (hoffentlich) und dann eventuell regiert!
Gut. Rot-Grün erscheint auch angesichts der desaströsen Ergebnisse und Außendarstellung der SPD erstmal unwahrscheinlich.
Jetzt könnte man meinen, dass es ja wenigstens strategisch sinnvoll sein könnte, seitens der Grünen eine Ampelkoalition vor der Wahl zu propagieren.
Doch wie soll die Botschaft lauten:
a) Hey liebe Wählerinnen und Wähler, wir hätten gern ein paar Ministerpöstchen und wären deshalb gern der Babypartner neben dem Juniorpartner FDP in einer Ampelkoalition?
b) Hey liebe Wählerinnen und Wähler, wir wären gern ein bißchen Ökoanstrich in einer Koalition mit neoliberaler FDP und konzeptloser SPD?
c) Hey liebe Wählerinnen und Wähler, wir müssen uns selbst mal wieder beweisen, dass wir regierungsfähig um jeden Preis sind?
Ok, das ist jetzt ziemlich böse und wenn die Inhalte stimmen, würde ich nicht nein sagen zu einer Ampel (auch wenn ich skeptisch bin, ob die Inhalte stimmen könnten…)
Aber vor der Wahl ein Ampel zu propagieren mit einer FDP, die erstens nicht mit SPD und Grünen will (wie schon bei der letzten Wahl oder in Hessen) und zweitens der die Grünen gerade vorwerfen, dass gerade ihre neoliberalen Konzepte in die größte Wirtschaftskrise geführt haben, ist irgendwie schwierig zu argumentieren.
Die SPD hat zudem mit Frank, pardon, Frank-Walter Steinmeier zudem keinen Kanzler-, sondern bewußt einen Vizekanzlerkandidaten aufgestellt – als unterschwellige Botschaft lasst uns mit dem Schwarz-Roten Stillstand weitermachen.
Es macht doch keinen Sinn, sich jetzt jemandem an den Hals zu werfen, das schwächt auch die Verhandlungsposition. Grüne wollen nicht um jeden Preis regieren, sie müssen nicht mehr beweisen, dass sie regierungsfähig sind, sondern zeigen, dass die Zukunft in GRÜNEN Antworten liegt. Grün pur, das muss die Devise sein. Dann schauen wir weiter. Und im schlimmsten Fall ist gute Opposition weit besser als schlechte Regierung.
Das Farbenspielchen im Ende nur kontraproduktiv sind, haben wir doch wohl aus dem Hessendebakel gelernt, oder?
Wofür ich jetzt soviele Worte gebraucht habe, hat übrigens Julia Seeliger in ein hübsches Bild gepackt und hier habe ich mich schon mal über Farbenspielchen aufgeregt.