2009 6 Apr.


RWE-Strom stinkt. Soli-Aktion. Weiterverbreiten.

Julia Seeliger hat in ihrem Blog auf folgende unterstützenswerte Soliaktion hingewiesen:

RWE bzw. deren Werbeagentur Jung von Matt will verhindern, dass urgewald weiterhin eine Satire-Werbung zu RWEs Schummel-Ökostrom veröffentlicht hält. Ganz nebenbei eine schöne Detailinformationen zur Agentur “Jung von Matt”: Dort bezeichnet man Blogs offenbar gerne auch mal als “die Klowände des Internet”.

Die Aufklärung über das dubiose RWE-Angebot “ProKlima Strom” durch .ausgestrahlt und die Umweltorganisation urgewald gefällt dem Atomkonzern ganz sicher nicht. Nun droht die RWE-Werbeagentur Jung von Matt mit Schadenersatzforderungen, Strafanzeige, Anwalts- und Gerichtskosten, falls urgewald das oben abgebildete Motiv weiter verwendet. Aber natürlich gehe es nicht darum, “Ihre Vereinsarbeit zu behindern, Ihrem Verein die Äußerung einer Meinung zu verbieten oder Ihren Verein mit Kosten zu belasten”, schreibt Herr Unsinn, Anwalt der RWE-Agentur…

Das ist nicht das erste Mal, dass Unternehmen kritische oder aufklärende Aktion im Internet stoppen wollen, indem sie Druck ausüben.  Das erinnert mich an die Geschichte von Markus Beckedahl, Blogger bei netzpolitik.org, der dort ein internes Dokument der Bahn veröffentlicht hat (ebenfalls aufmerksam gemacht durch Julia Seeliger). Hier geht es ja eher um ein Satire-Motiv, aber im Endeffekt läuft es auf das gleiche raus. Neben Hysterie und dem Glauben kritische Stimmen durch Druck und Drohungen zum Schweigen bringen zu können, haben die Verantwortlichen wohl kaum verstanden wie das Internet und die BloggerInnen-Szene heutzutage ticken.

Glückwunsch RWE – durch dein drangsalierendes Vorgehen verbreitet sich das Motiv immer weiter im Internet und erfährt eine weit größere Beachtung als vorher.

Also: Mitmachen und Weiterverbreiten!

Wenns ganz schnell gehen soll bei Julia schauen.

Geschrieben am 6. April 2009 um 16:49 Uhr in Klima und Energie,Web 2.0 - Tags: , , ,

2009 26 Mrz.


Wind schlägt Atom

Habe gerade mal wieder nicht hier, sondern im Blog der baden-württembergischen Grünen gebloggt. Also wer gerne was zum Thema lesen will, wie sich die großen Energiekonzerne ein Eigentor schießen, weil sie zugeben, dass Windkraft Atomstrom unrentabel macht, kann das gerne tun. Überhaupt lohnt es sich immer mal wieder im grünen Blog vorbeizuschauen ;).

Hier gibt nur noch mal ein paar Argumente gegen Atomkraft und
für die, die glauben, dass Atomkraft sicher ist, habe ich noch dieses beklemmende grüne Video zu bieten:

P.S: Die SPD hat mich wieder geärgert. Die Grüne Bundestagsfraktion hat vor ein paar Tagen einen Antrag zur Abschaltung der AKWs Krümmel und Biblis gestellt, Linke hat zugestimmt, SPD hat abgelehnt. Wieder wie bei der 40% Quotierung für Frauen in Aufsichtsräten aus Koalitionsdisziplin. Aber ins Programm wollen sie sich die Beschleunigung des Atomausstieges schreiben, arghhh…
Naja, wenigestens kommt das Thema wieder mehr auf dem Tisch, denn bei der Bundestagswahl am 27.September wird entschieden, ob endlich Schluss ist mit der Atomkraft!

Geschrieben am 26. März 2009 um 00:51 Uhr in Die Anderen,Grüne Videos,Klima und Energie - Tags: , , ,

2009 17 Feb.


Erstes Mal…

… gebloggt beim Grünen Landesverband. Da gibt es demnächts immer mal wieder etwas von mir und von vielen anderen interessanten MitautorInnen.

Meinen Artikel findet ihr hier.

Handelt von meiner heutigen Zeitungslektüre, bei der ich auf zwei Analysen zum Klimawandel gestoßen bin.

Ist glaub ich ein bißchen zu lang geworden…

Morgen schreibe ich dann wieder hier etwas ;)

Geschrieben am 17. Februar 2009 um 00:15 Uhr in Klima und Energie,Persönliches - Tags: ,

2008 9 Okt.


Anti-Atom-Proteste 2.0: Zwei tolle Projekte

Anti-Atom ist nicht out, sondern aktueller denn je, hier möchte ich zwei ziemlich tolle interessante Projekte vorstellen, die das alte, aber immer noch hochbrisante Thema aufgreifen. Die Debatte um die Renaissance der Atomkraft und das Märchen von der sauberen und billigen Atomkraft, angestoßen von den Energiekonzernen und rückwärtsgewandten PolitikerInnen, ist fatal für eine zukunftsgerichtete Energiepolitik. Sie ignorieren, dass die Bevölkerung den Ausstieg befürwortet und versuchen diese mit ihren Atomlügen zu manipulieren und zu ködern. Atomkraftwerke sind höchst gefährlich, das zeigen nicht zuletzt wieder die Vorfälle der letzten Monate. Das Problem der Endlagerung ist immer noch ungelöst und angesichts der Schlamperei in Asse wird noch einmal erschreckend deutlich wie gefährlich Atommüll ist und wie unbedarft die schwarz-rote Regierung mit diesen Gefahren umgeht. Billig ist Atomkraft – für die Energiekonzerne: die Gewinne werden privatisiert, die immensen Kosten sozialisiert.

Besonders toll finde ich das Filmprojekt der Jugendinitiative “Strahlendes Klima” in PartnerInnenschaft mit der BUNDjugend und Friends of Earth (aufmerksam gemacht durch eine Mail von Nico Bürker), die einen Film zum Thema Atomkraft und insbesondere Urananbau (ein wichtiger Aspekt, der meiner Meinung nach oft in der Debatte untergeht) machen und sagen darüber:

Wir mischen uns in die aktuelle Debatte um klimafreundliche Energieformen ein. In Europa wird die Atomkraft immer häufiger als Klimaretterin gefeiert. Atomkraftwerke brauchen jedoch Uran. Die globalen Risiken, die bei dessen Abbau entstehen, werden oftmals ausgeblendet.
Unser Ziel ist es, die Chancen und Risiken der Atomkraft umfassend darzustellen und dabei insbesondere auf den Uranabbau einzugehen. Australien hat die weltweit größten Vorkommen dieses Rohstoffs. Wir begeben uns nach Down Under, um beispielhaft zu klären, woher das Uran kommt, wo es hingeht und was davon übrigbleibt.

Hier der interessante Teaser zum Film:

Der Fim wird voraussichtlich im Januar 2009 fertig sein.

Die MacherInnen suchen FilmpatInnen, die die Aufführungen organiseren: Ganz unkompliziert: Beamer besorgen, Leute einladen, Film zeigen, informieren und diskutieren…Tolle Sachte: Mitmachen und unter  getthefilm@nukingtheclimate.com anmelden (möglichst bis Ende November…)


Und hier ein Anti-Atom-Rap “Wir kommen mit Fakten” von den “Boten der Kultur” (gefunden bei Robert Heinrich in Facebook – ist zwar nicht ganz mein Musikgeschmack, aber trotzdem toll):


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Und ansonsten: CASTOR-Proteste am 08.11.08 : zahlreich kommen und gegen Atomkraft streiten!

(Blogge noch ausführlicher demnächst dazu…)


Geschrieben am 9. Oktober 2008 um 02:30 Uhr in Klima und Energie - Tags:

2008 18 Sep.


Wenn Moorburg doch kommt…das Ende von Hamburgs Schwarz-Grün?!

Mit Entsetzen habe ich in der Taz gelesen, dass sich abzeichnet, dass Moorburg nun doch genehmigt werden soll. Das wäre fatal – fatal für die Glaubwürdigkeit der Grünen in Hamburg und auch bundesweit.

Wenn das der Fall wäre, hoffe ich, dass die Regierungsarbeit beendet wird. Denn dann gibt es sowohl das Kohlekraftwerk als auch die Elbvertiefung. Die Begründung, man hat entgegen der Aussagen Schwarz-Grün gemacht um wenigsten wichtige grüne Inhalte durchzusetzen, gilt dann nicht mehr.

Ich hoffe, dass auch angesichts vieler wichtiger Wahlen im nächsten Jahr den Grünen so nicht das gleiche passiert wie damals unter Rot-Grün beim Thema Krieg und Frieden. Viele werden das als Verrat an der Klimapolitik empfinden. Robin Wood fängt an…

Die Debatte in Tübingen, das Interview von Cem Özdemir und jetzt noch Moorburg? – Die Grünen müssen die Anti-Kohle und Anti-Atompartei sein, wenn sie visionäre wie pragmatische Klimapolitik machen wollen!

Vor paar Tagen habe ich mich im letzten Beitrag zu Schwarz-Grün in Hamburg differenziert geäußert, jetzt sehe ich ziemlich schwarz.


Geschrieben am 18. September 2008 um 18:40 Uhr in Die Anderen,Grüne Reflektionen und Berichte,Klima und Energie - Tags: , , ,

2008 11 Sep.


Verwirrend: Cem Özdemir doch gegen Kohle…

Gestern habe ich über den Artikel im Handelsblatt, der später durch Spiegel Online aufgegriffen wurde, geschrieben, in dem Cem Özdemir damit zitiert wird, dass er sich unter bestimmten Bedingungen den Neubau von Kohlekraftwerken vorstellen kann.

Heute gabe es aber eine ganz anders lautende Pressemitteilung aus dem Büro Özdemir sowie einen Artikel bei Spiegel Online, wo sich Cem gegen einen Neubau von Kohlekraftwerken ausspricht.

Verwirrend, ich mag mich jetzt aber nicht in Spekulationen verlieren, was da passiert ist…das kann ja jede/jeder für sich machen.

Auch Julia Seeliger berichtet auf gewohnt sarkastisch-witzige Weise in ihrem Blog über diese Geschichte.


Geschrieben am 11. September 2008 um 21:06 Uhr in Grüne Reflektionen und Berichte,Klima und Energie

2008 11 Sep.


Grüne, Finger weg von der Kohle!

In einem Artikel im Handelsblatt mit dem vielsagenden Titel “Künftiger Grünen-Chef erwägt “Kohle-Deal”" wird Cem Özdemir folgendermaßen zitiert:

Der designierte Parteivorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, will einen “gesellschaftlichen Deal mit der Energiewirtschaft” über die Zukunft der Kohle. Anders als viele Parteifreunde kann er sich vorstellen, auch den Neubau von Kohlekraftwerken zuzulassen – wenn trotzdem die Emissionen sinken.

[...] “Vielleicht gibt es ein intelligentes Modell, bestehende und neue Kapazitäten so zu verrechnen, dass man unterm Strich die CO2-Emissionen Jahr für Jahr senkt. Wenn man das über den Emissionshandel hinkriegt, können wir darüber reden”, sagte Özdemir im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Ähnliches berichtet auch Spiegel Online.

Das hat mich ziemlich geärgert. Mehrere Wochen haben wir gerade in Tübingen eine sehr hitzige und intensive Debatte um die Beteiligung der Tübinger Stadtwerke am Bau des Kohlekraftwerkes in Brunsbüttel geführt. Ich bin, wie viele Grüne, sehr dagegen – der Gemeinderat hat sich jedoch leider (auch mit einigen Stimmen der Grünen und mit der Unterstützung des grünen OBs Boris Palmer) gegen einen Ausstieg aus dem Projekt entschieden.Quelle Dr.G.Schmitz/de.wikipedia.org Lizenz: CC-by-sa 3.0

Obwohl ich die Position von Boris Palmer absolut nicht teile, kann ich ein stückweit nachvollziehen, dass er als Oberbürgermeister der Stadt Tübingen und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke andere Handlungslogiken und Entscheidungszwänge hat, die in zu der Position für das Kohlekraftwerk bewogen haben. Fairerweise muss man auch sagen, dass diese Entscheidung vor seinem Amtsantritt gefallen ist (was aber nicht heißt, dass der Ausstieg aus dem Projekt nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre).

Was aber dagegen Cem Özdemir als Bewerber um den Parteivorsitz der Grünen geritten hat, sich einfach so unter bestimmten Bedingungen für den Neubau von Kohlekraftwerken auszusprechen, ist mir ein Rätsel. Das wird bei den Grünen für einigen Unmut sorgen, denn die Grünen sind für ein Moratorium bei dem Neubau von Kohlekraftwerken, bis diese Drecksschleudern wenigstens durch die CO2-Abscheidung und -Lagerung (CCS) CO2-neutral sind. Hinzu kommt auch noch, dass die Bewertung der schwarz-grünen Regierung in Hamburg maßgeblich davon abhängt, ob man das Kohlekraftwerk Moorburg verhindern kann.

Kohle ist der CO2-trächtigste Energieträger und nach den Plänen sollen über 30 neue Kohlekraftwerke von den Energiekonzernen in Deutschland gebaut werden, man muss dabei mit Laufzeiten von 50 Jahren pro Kraftwerk rechnen: Damit werden Tatsachen geschaffen, die eine vernünftige und dringend notwendige Wende in der Energiepoltik unmöglich machen. Unter solchen Vorausetzungen können die Klimaziele der Bundesregierung und der EU gleich vergessen werden.

Grüne Strategie muss dabei sein: Am Atomausstieg festhalten und für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kohlekraft streiten – das macht man nicht indem man naiv den Energiekonzernen die Hand zum Kompromiss reicht, sondern indem man konsequenten Druck ausübt.

Wirklich bedauerlich, dass zwei so prominente, grüne Politiker wie Boris Palmer und Cem Özdemir so einen ökologischen Mist machen bzw. vertreten!


Die Debatte in Tübingen und insbesondere die grüne Kontroverse sind gut nachzulesen im Dossier des Schwäbischen Tagblatts:

Brunsbüttel Dossier Teil 1

Brunsbüttel Dossier Teil 2

Den Widerstand der Grünen und die Argumente gegen Kohle findet man unter “Grünes Klima” sowie im Energie 2.0 – Konzept der grünen Bundestagsfraktion (PDF).


Geschrieben am 11. September 2008 um 04:02 Uhr in Grüne Reflektionen und Berichte,Klima und Energie - Tags: , ,