2009 7 Apr.


Jugend und Politik und Jugendpolitik

Hier ist ein paar Tage nichts los gewesen, das liegt nicht daran, dass ich zu faul war, im Gegenteil ich war so viel unterwegs, dass ich nicht nachgekommen bin mit Mails beantworten und bloggen, v.a. weil ich kein “Stöckenchen” (UMTS-Stick) hatte, Betonung liegt auf hatte. Zukünftig kann ich also auch von meinen langen Zugfahrten aus bloggen. Aber jetzt zum wesentlichen.

Eine der liebsten Sachen an der politischen Arbeit sind mir die Podiumsdiskussionen an Schulen mit jungen Menschen. Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass es ein Vorurteil ist, dass junge Menschen sich nicht für Politik interessieren (auch wenn sie das teilweise selbst von sich sagen).

In der letzten Woche hatte ich unter anderem zwei sehr spannende und interessante Veranstaltung zu Jugendthemen.

In Tettnang (ca. 20 km von Ravenburg entfährt, gehört aber nicht mehr zum Land- und Wahlkreis Ravensburg) bin ich mit dem Partybus mitgefahren, der die Jugendlichen in ländlicheren Gebieten einsammelt und zu einer größeren Party fährt. Der Anlass war eigentlich ein trauriger, weil der Bus bisher immer vom Jugendgemeinderat Tettnang organisiert wurde, sich aber mittlerweile nicht genügend KandidatInnen finden. Die Grünen in Tettnang haben also eine Art Abschlussfahrt organisiert um einerseits den früheren Jugendgemeinderäten zu danken, andererseits junge Menschen zu motivieren sich einzumischen. Ich hatte viele interessante Gesprächte mit jungen Menschen.

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Johannes Üblhöher von den Grünen in Tettnang fasst die an diesem Abend gewonnenen Erkenntnisse folgendermaßen zusammen:

Im Wesentlichen ging es dabei um die Fragen, warum Politik Spaß machen kann, sei es vor Ort wie z.B. im Jugendgemeinderat, Gemeinderat oder auf Landes- bzw. Bundesebene. Dabei wurde klar, dass über diese Wege zwar Dinge bewegt werden können, dies jedoch Zeit, Aufwand, Geduld, Geschick und Wissen zur Umsetzung erfordert und damit verständlicherweise für viele Jugendliche unattraktiv erscheint. Darüber hinaus wurde deutlich, dass Jugendliche den Wert der Bonuspunkte, die Sie sich aus einer derartigen Aufgabe erwerben, wie Kompetenzen zur Lösung sach- und fachlicher Fragen, zu sozialen Umgangsformen, zu Wegen methodischer Lösungen oder die städtische Bescheinigung über die Zugehörigkeit zum Jugendgemeinderat, oftmals unterschätzen und deshalb aus Zeitmangel oder Einbindung in funktionierenden Cliquen keine weiteren Aufgaben annehmen wollen.

Das klingt jetzt erstmal nicht allzu positiv, doch bestärkt es mich noch in der Annahme, dass Politik anders funktionieren muss, wenn sie junge Menschen zum Mitmachen motivieren soll. Und dafür sind ja die JungpolitikerInnen da – denn wenn Politik keine erfüllende Aufgabe wäre, die auch unheimlich Spaß machen kann, würde dieses wohl kaum jemand von uns tun. Und ich sehe auch JungpolitikerInnen in der Verantwortung wirklich junge, freche, innovative Politik zu machen statt so zu tun als sei man 50 Jahre alt und es der höchste Genuß sei in Bürokratiedeutsch Fragen auszuweichen.
Und wenn die Jugend ihre Anliegen nicht selbst in die Hand nimmt, tut es doch niemand. Das birgt auch eine Verantwortung.

Die andere Veranstaltung war eine von der grünen Gemeinderatsfraktion in Ravensburg organisierte Anhörung zum Thema “Alles Suff?! ” in Bezug auf Jugend und Alkohol und die in Ravensburg zur Diskussion stehende Diskussion um Schließung des Hirschgrabens bzw. Offenlassung bei gleichzeitigem Alkohlverbot. Ich persönlich bin gegen Alkoholverbotszonen, da diese nichts am Problem ändern. Außerdem bin ich nach Recherche der Zahlen in meiner Ansicht bestätigt worden, dass Jugendliche mehrheitlich verhältnismäßig verantwortlich mit dem Thema Alkohol umgehen.

Die überaus interessanten Diskussionsergebnisse des sehr ausgewogen besetzten Podiums finden sich  in der Schwäbischen Zeitung.

Geschrieben am 7. April 2009 um 01:57 Uhr in Junge Politik - Tags: , ,

3 Kommentare »

Lukas

Bei welchem Abieter mit welchem Tarif bist du für dein UMTS gelandet? Mein Vertrag läuft gerade aus, so dass ich mir wieder einen günstigen suchen muss.

Kommentar by Lukas — 7. April 2009 um 12:33 Uhr

admin

Ich will ja keine Schleichwerbung machen hier, aber wir haben ihn bei simplydata.de bestellt. Der Kundenservice ist zwar scheinbar recht schlecht, der Preis aber sehr niedrig. Vor allem aber haben die keine Mindestvertragslaufzeit, man bzw. frau kann also nach der Bundestagwahl nochmal überdenken, ob der Vertrag gekündigt bzw. gewechselt werden soll.
Sollte man/frau allerdings dann auch, denn das merkwürdige Marketingkonzept von simplydata sieht vor, dass der Preis nach 6 Monaten um satte 50% steigt. Der günstige T-Mobile web’n'walk Stick IV kann aber auch mit einem anderen Anbieter genutzt werden, für Wenignutzer beispielsweise mit der Tagesflat von fonic.

Kommentar by admin — 7. April 2009 um 12:50 Uhr

susanne

Ich finde es auch sehr schade, dass viele junge Menschen nicht mehr an der Politik interessiert sind. Meiner Meinung nach liegt das auch zum großen Teil daran, dass man als Jugendlicher bzw. junger Erwachsener nur dermaßen demotiviert wird, dass man keinen Anlass sieht, sich selbst aktiv am politischen Geschehen zu beteiligen. Hier sollte sich einiges ändern. Gut, dass du wenigstes dranbleibst!

Kommentar by susanne — 11. Mai 2009 um 09:58 Uhr

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