2009 22 Mrz.
Uljanowna Klitschko verpasst Wladimir Klitschko eine…
Naja, verbal jedenfalls – ich konnte mich vor Lachen gar nicht einkriegen. Nach dem heutigen Boxkampf von Vitali Klitschko stehen der RTL-Moderator, Vitali Klitschkos Frau Uljanowna und sein Bruder Wladimir Klitschko vor der Dusche des Boxstars nach seinem Sieg.
Ich versuche jetzt mal den Dialog wiederzugeben, ganz wortgetreu kriege ich das jetzt nicht zusammen, aber wenigstens sinngemäß.
Der Moderator fragt Uljanowna Klitschko, ob es für sie nicht schwierig ist, direkt am Ring mit dabeizusein, wenn ihr Mann boxt. Sie korrigiert ihn und sagt, dass sie IMMER mit dabei ist (nur zwei Mal, wo sie verhindert war, nicht) und sagt sie könne sich das gar nicht anders vorstellen. Darauf erwidert Wladimir Klitschko ziemlich machomäßig, dass eine Frau hier nicht an den Ring gehöre. Schlagfertig erwidert sie daraufhin, dass er dass vielleicht anders sehen würde, wenn er auch mal eine Frau finden würde, wobei das bei ihm noch dauern könnte. Wahrscheinlich ist er dann schon in Rente, die Frage würde sich dann eh nicht mehr stellen.
Gut so, liebe Uljanowna Klitschko :D
Ich mag den Boxsport, schaue gerne Kämpfe an, Frauen- wie Männerboxen.
Dass noch häufig die Meinung vertreten wird, dass Frauen nicht boxen können und sollen, haben meiner Meinung nach Boxerinnen wie Regina Halmich und Susi Kantikian schlagkräftig widerlegt.
Ich war selbst mal ein Jahr lang in einem Dortmunder Boxverein, allein unter Männern. Ich stelle mich nämlich gern Herausforderungen und gehe gern an meine Grenzen. Einfach war das nicht, auch ich musste mir Sprüche anhören wie “Du weißt schon, dass da dein Näschen kaputt geschlagen werden kann?”, “Boxen ist nichts für Mädchen”, “Du kannst zum Warmwerden ein paar Körbe werfen, die Jungs spielen solange Fußball” (habe mich dann geweigert und auch Fußball gespielt, kann dabei ziemlich rabiat werden ;) ) und wurde nie bei meinem Namen gerufen, sondern nur “Das Mädchen” genannt. Das hat mich nur noch mehr angestachelt dabei zu bleiben.
Als ich dann wegen meinem Umzug nach Tübingen ausgetreten bin und deshalb mit dem Manager des Vereins telefoniert habe, hat er gesagt, dass es gut sei, dass ich dabeigeblieben bin, denn jetzt gäbe es mehrere Frauen im Verein – mein erster frauenpolitischer Erfolg sozusagen…
Naja, auch wenn mein Boxkarriere ziemlich kurz war, habe ich echt mein Interesse an diesem Sport entdeckt. Leider habe ich das in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt (jedenfalls was die Praxis und nicht das Fernsehen angeht), obwohl wir im Haus einen Boxsack haben. Hat sich auch nicht gerade gut auf die Kondition und mein Gewicht ausgewirkt. Großer Vorsatz für morgen früh, obwohl ich morgen früh zur Landesvorstandssitzung der GRÜNEN JUGEND nach Stuttgart aufbrechen muss: um sechs aufstehen, laufen gehen, dann Springseil und dann Boxsack. Vielleicht bleibt es nicht nur beim Vorsatz, wenn ich das jetzt ganz großspurig hier ankündige.
