2009 7 Mrz.
Aktionen und Lesestoff zum Weltfrauentag
Am Sonntag, den 8.März ist Weltfrauentag. Anlass einem Thema, dem nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, wieder mehr Schwung zu verleihen.
Da ich gerade nicht viel Zeit habe, etwas thematisches zu bloggen, wollte ich euch erstmal mit einigem Lesestoff vertrösten.
Mehr Aufsehen für das Thema erregen! Für Kurzentschlossene gibt es hier noch ein paar Aktionsideen. Der Landesverband der GRÜNEN JUGEND trifft sich morgen in Karlsruhe zum Wahlkampauftakt wir übernachten dann dort und werden dann am Sonntag die Karlsruher Innenstadt mit einer tollen Aktion aufmischen. Photos folgen.
Hier die Pressemitteilung des Landesvorstandes der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg anlässlich unserer Aktion für die wir den Themenschwerpunkt “Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt gewählt haben”.
Außerdem finde ich es toll, dass die grüne Bundestagsfraktion wie in Norwegen bereits geschehen feste und verbindliche Frauenquoten in den Aufsichtsräten etablieren wollte. Der Antrag ist leider gescheitert: die SPD-Frauen fanden ihn gut, haben sich aber der Fraktionsdiziplin untergeordnet, die Linkspartei hat sich enthalten, alle anderen waren dagegen – Armselig! Wer echte und konsequente Frauenpolitik will, findet sie bei Grüns!
Und nicht zuletzt möchte ich euch noch auf den großartigen Reader der Landesarbeitsgemeinschaft FrauenPolitik der baden-württembergischen Grünen hinweisen, in dem eine Vielzahl interessanter Autorinnen in einem Rundumschlag viele feministische und frauenpolitische Themen behandelt.
Und damit hier auch was inhaltliches von mir steht, veröffentliche ich hier einfach mal meinen Beitrag aus oben genanntem Reader, in dem kurz das Verhältnis Neue und Alte FeministInnen behandelt wird:
Die Alphamädchen – Feminismus im 21.Jahrhundert
Viele junge Frauen wollen heute Alles und das zu Recht: Karriere, Kinder, gleiche Chancen, Selbstverwirklichung. Sie erleben aber relativ früh und dann ihr Leben lang, dass das eigentlich Selbstverständliche aufgrund veraltete Rollenbilder und struktureller Benachteiligungen für sie immer noch nicht erreichbar ist.
Diese Erfahrungen machen die jungen Frauen eigentlich zu potentiellen Feministinnen, doch auch wenn sie für die Errungenschaften der „älteren“ Feministinnen dankbar sind, möchten sich nur wenige selbst als Feministin bezeichnen. Der Begriff Feminismus ist für viele leider verpönt und verstaubt, klingt nach BHs verbrennen, Männerfeindlichkeit, dem Verbot sich die Achseln zu rasieren, nach wenig Spaß im Leben und keinem Spaß im Bett. Diese Vorurteile wurden auch von Feinden der Gleichberechtigung gestreut und mit diesem falschen Bild möchten die so genannten „neuen Feministinnen“ aufräumen. So zum Beispiel das Trio Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl in ihrem Buch „Wir Alphamädchen: Warum Feminismus das Leben schöner macht“. Die simple Botschaft des Buchs lautet: Wir sind alle Feministinnen und Feministin zu sein macht dich glücklich.
Der „neue Feminismus“, wie er auch von den drei Autorinnen propagiert wird, ist bunt, frech, sexy, unkonventionell, will Spaß machen und trotzdem sein Ziel erreichen. Dieses Ziel ist altbekannt und trotzdem aktuell wie eh und je: Die Gleichberechtigung der Geschlechter. Der neue Feminismus ist Pop, der die Massen erreichen will, sich dabei moderner Kommunikation wie Blogs und witzigen, frechen Bestsellern bedient. Anders als früher ist Diskriminierung weniger in konkreten Gesetzen, dafür aber immer noch in gesellschaftlichen Tatsachen und Vorstellungen vorhanden. Das erschwert den offenen, organisierten Protest, so wählt der neue Feminismus die Strategie der Kommunikation statt der Konfrontation.
Viele dieser jüngeren Frauen empfinden auch einige der Positionen, die „ältere Feministinnen“ wie Alice Schwarzer vertreten, als nicht mehr zeitgemäß und zu undifferenziert.
Auch wenn beim neuen Feminismus viel von Solidarität die Rede ist, nicht nur zwischen den Frauen, sondern auch mit den für Gleichberechtigung aufgeschlossenen Männern, geht es doch vor allem um die individuelle, selbst bestimmte Lebensgestaltung.
Bei aller Sympathie für Spaß und Sexyness im „neuen Feminismus“, so eint doch alle Feministinnen, ob jung oder alt, immer noch das Ziel: Die Hälfte der Macht für die Frauen. Diesen Kampf gewinnen die Frauen nur gemeinsam, zwar nicht mit Sexyness und Frechsein, aber sexy und frech darf frau dabei trotzdem sein!
Zum Weiterlesen empfehle ich hier einen meiner Lieblingsblogs: Mädchenmannschaft.
Und zu guter letzt ein interessantes Interview aus der Taz mit der Ärztin Monika Hauser, die Geschäftsführerin der NGO medica mondiale und Trägerin des Alternativen Nobelpreises zum Thema Gewalt gegen Frauen insbesondere in Konfliktgebieten.
