2008 25 Dez.
Alle Jahre wieder…
… so feiern die Malczaks Weihnachten…

Choinka
Bei unserem Weihnachtsfest gibt es noch viele polnische Gebräuche.
Die Choinka (der Tannenbaum) reicht bei uns fast bis zur Decke und neben der elektrischen Beleuchtung muss es auch immer Kerzen geben (seit wir Kinder groß sind ist er auch weit weniger kitschig geschmückt ;) )
Eigentlich fängt mensch erst mit dem Essen an, wenn der erste Stern am Himmel steht. Bevor das mehrgängige Essen eröffnet wird (das auch in der Zubereitung mehrtägig ist…), kriegt jeder Gast ein Oblaten. Dann bricht jede und jeder sich ein Stück von den Oblaten aller Anwesenden ab und mensch umarmt sich und wünscht sich gegenseitig frohe Weihnachten.

Der gedeckte Tisch
Dann geht es los mit dem Essen. Traditionell sollte es aus 12 unterschiedlichen Speisen bestehen (dieses Jahr sind wir genau auf diese Zahl gekommen, weil mein Freund, der Veganer ist, mitgefeiert hat und meine Mutter alles immer mit Butter kocht und brät und wir das meiste dann noch mal mit Öl gemacht haben und die Vegetarier zum Fisch Fleischersatz bekommen haben ;) )
Zu Trinken gibt es immer Wein und Pflaumenkompott.
Also der erste Gang:
Uszka (übersetzt: Öhrchen) sind mit lecker zubereiteten Champignons gefüllte kleine Teigtaschen (ähnlich wie Piroggen), die traditionell in Rote-Beete-Suppe serviert werden. Bei uns mag die aber niemand und so schwimmen sie in Gemüsebrühe.
Der zweite Gang:
Nalesniki (Pfannkuchen) sind mit Sauerkraut und Pilzen gefüllte Pfannkuchen.
Der dritte Gang:
Kartoffeln, Sauerkraut mit Pilzen, eingelegte Champignons und Karpfen – letzterer wie erwähnt für Vegetarierin und Veganer durch vegetarische Schnitzel und Steaks ersetzt.
Der Nachtisch:
Makowki ist eine cremige Mohnspeise mit ganz viel Milch, Rosinen, Honig, Mandeln, Kokos und Nüssen und ein wahres Highlight.
Außerdem gabs für Veganer einen von Tierprodukten freien Limettenpie, aufgebessert durch Sauerkirschen.
Alles in allem wieder ein wahres Festmahl…
Dann gabs die Bescherung. Seit wir Kinder groß sind, sind wir dazu übergeganen auf Geschenke und den ganzen Stress zu verzichten und spenden das Geld lieber, dieses Jahr an Brot für die Welt und die Welthungerhilfe.
Die Weihnachtstage werden dann gemütlich und mit Besuchen verbracht, eine Erholung, die mit gerade sehr gut tut.
Schöne und besinnliche Feiertageb an alle!
