2008 2 Okt.


Alternativer Nobelpreis für Monika Hauser – Hut ab vor der Frau!

Quelle: flickr.com von Steve Rhodes / CC-by-nc-sa 2.0

Monika Hauser hat den Alternativen Nobelpreis für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt in Krisenregionen, ihren Einsatz vor Ort für die betroffe

nen und traumatisierten Frauen und ihr Engagement für die Gleichberechtigung erhalten. Sie ist Gynäkologin und Gründerin der NGO medica mondiale. Anfangen hat die Organisation in Bosnien 1992, mittlerweile ist diese in vielen anderen Regionen zusammen mit lokalen Frauenorganisationen aktiv.

In der Begründung aus Stockholm heißt es:


Die Gründerin des Vereins medica mondiale wird ausgezeichnet für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauen, die in Krisenregionen schrecklichste sexualisierte Gewalt erfahren haben, und für ihren Kampf, ihnen gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung zu verschaffen.”

Mich hat nicht nur ihr Engagement und ihr Mut, sondern auch ihre Standfestigkeit besonders beeindruckt und berührt, so hat sie zum Bespiel 1996 das Bundesverdienstkreuz abgelehnt, laut Homepage mit der Begründung:

…wegen des Beschlusses der deutschen Innenministerkonferenz, die bosnischen Flüchtlinge trotz der damals instabilen und katastrophalen Zustände in Bosnien „zurückzuführen“, lehnt sie die Auszeichnung ab.

Auch mit der Thematisierung der  Zwangsprostitution durch deutsche Peacekeeping-Soldaten hat sie sich in der Politik nicht gerade beliebt gemacht, so nutzt sie nun auch die Verleihung des Alternativen Nobelpreises um Angela Merkel aufzufordern in die Außen- und Sicherheitspolitik auch das Thema sexualisierte Kriegsgewalt zu verankern.

Sehr gut finde ich auch, wie transparent medica mondiale ihre Arbeit machen und auch die dementsprechende Charta sowie insgesamt die verfolgten Ansätze und Ziele – ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit in meinem Studium mit dem Thema “Zivilgesellscaftliche Akteure in der Friedensarbeit”, vielleicht habe ich gerade ein gutes Thema für meine Magisterarbeit gefunden.

Monika Hauser hat Vorbildcharakter, ihr feministisches Engagement zeigt, wie dringend notwendig und aktuell es ist sich für Frauenrechte einzusetzen. Hut ab, solche Frauen braucht die Welt!

Neben Monika Hauser haben auch drei weitere interessante und beeindruckende Frauen den Alternativen Nobelpreis erhalten: Amy Godman, Moderatorin und Gründerin der TV- und Radio-Sendung “Democracy now”, die sich unabhängig und kritisch mit dem Irakkrieg auseinandersetzt, Krishnammal Jagannathan, die zusammen mit ihrem Ehemann Sankaralingam mit der Organisation LAFTI für eine gerechte Verteilung von Land in Indien kämpft und die somalische Frauenrechtlerin Asha Hagi, die sich für die Überwindung der Clanstrukturen einsetzt und von sich sagt: “Mein einziger Clan ist das Frausein”.

Kurze und schöne Porträts der TrägerInnen des Alternativen Nobelpreises habe ich bei dieStandard gefunden.

Mein Fazit: Feminismus ist nicht nur dringend notwenig, sondern auch cool! Das zeigen nicht nur diese engagierten und beeindruckenden Frauen, sondern jede Frau, die sich auf dieser Welt im Großen oder im Kleinen für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt!

Geschrieben am 2. Oktober 2008 um 03:57 Uhr in Feminismus und starke Frauen - Tags: , , ,

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar